wie hat das alles angefangen? was war der auslöser? ich kann mich nicht mehr erinnern, es war so viel auf einmal. der moment, wenn man in der dusche sitzt, den rasierer ansetzt und es sich im letzten moment anders überlegt. wäre ich doch bloß bei dieser entscheidung geblieben. doch die versuchung war zu groß. alles war weg, jeder halt und jedes gefühl. und irgendwann saß das zwölfjährige mädchen im bad und hat wirklich angesetzt, bis das blut kam, tropfen für tropfen. am anfang hat man es noch genossen, die klinge langsam über die haut gezogen, ein leichtes kribbeln gefühlt, es war nicht sonderlich tief, aber darum ging es nicht. man hat etwas gefühlt und das war alles, was wirklich zählte. man hatte die klinge von da an überall dabei, überall. man saß im unterricht, aber war ganz weit weg, es war alles nicht real, ging auf die schultoilette, niemand hat etwas gemerkt, wenn man mit glasigen augen und einem warmen, feuchten arm wieder kam. nicht am anfang. bis man darauf angesprochen wurde, von seinem lehrer, und man die ganze welt erwürgen wollte. man hätte es als rettungsanker nehmen können, als letzte möglichkeit, wirklich auszusteigen - solange es nicht zu spät war. doch das tat man nicht. natürlich, ein paar wochen hielt man sich zurück, doch der hass wurde größer, die schnitte immer tiefer. ansetzen, durchziehen, blut sehen. manche schnitte gingen zu tief, hörten nicht auf zu bluten, schwollen an. aber das war egal. es ging um den schmerz, der durchaus vorhanden war. es ging auch nicht mehr um die tat an sich, sondern das gefühl danach. und das macht es einem so schwer, wirklich damit aufzuhören. irgendwann wurde man wieder erwischt, von den eltern diesmal, die es natürlich nicht verstanden haben. und im endeffekt war es ihnen auch egal. sie haben verbote erteilt, die natürlich nicht durchgezogen wurden und dann wurde auch darüber geschwiegen. bis jetzt, etwa 8 monate später. ich werde bald sechzehn und der druck ist immer noch da, mal mehr, mal weniger. aber er geht nicht weg. ich habe das bedürfnis, mir ein messer ins herz zu rammen, einfach auszusteigen. ich hasse diesen druck, doch ich kann nichts dagegen tun. scharfe gegenstände sind in meinem zimmer tabu, da der druck nachts am höchsten ist und ich für nichts mehr garantieren kann. ich dachte, der druck geht weg, wenn es einem besser geht. wenn man stabil ist. aber das stimmt nicht. mir geht es gut, doch der druck ist jede stunde, jede minute, jede sekunde, anwesend. und das verlangen wird mich wohl niemals los lassen. mal sehen, wer den kampf gewinnt.
3 Kommentare:
ich hoffe du gewinnst den kampf. ich hoffe das die klinge die jämmerliche verliererin sein wird.
du bist stark, wirst immer stärker werden mit den jahren. ich glaube an dich.
Hey, bin grad auf deinen Blog gestoßen und ich muss sagen deine schreib weise gefällt mir echt.
ich kenne das was du beschreibst zu gut...wenn der druck zu stark ist und man schwach wird...und du hast recht, in der nacht ist es echt am schlimmsten ...
Du schaffst den Kampf schon, ich glaub an dich <3
lg
Sie will Fliegen :*
Ps. Hast du vielleicht lust auf gegenseitiges verfolgen?
ich folge dir schon <.<
sry hab Blog adresse vergessen ._. :)
http://my-soul-is-a-ruin.blogspot.de/
lg
Sie will Fliegen :*
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