12/05/2012
all die hoffnung die war, ist schon lang nicht mehr da
was mache ich überhaupt noch hier? diese frage stelle ich mir immer wieder. und wieder. der dezember steht für mein dreijähriges, im dezember hat alles angefangen, bis jetzt saß ich jeden dezember mit blutenden armen und beinen da und lächelte den menschen ins gesicht, ja, mir geht es gut, natürlich. ein lächeln nach diesen worten und niemand zweifelte meine aussage an. doch niemand merkte, dass ich immer eine klinge dabei hatte, immer. mit blutenden handgelenken im mädchenklo saß, als ich mich vom unterricht entschuldige, weil ich ja so dringend auf die toilette müsste. niemand hat gemerkt, dass ich nicht meine tage hatte und meine schwimmsachen auch nicht vergessen habe, sondern leise vor mich hingeblutet habe. meine seele ausgeblutet habe. niemand hat gemerkt, als ich plötzlich aufgehört habe zu reden. und wieder angefangen habe, belangloses zeug zu reden, zu viel, zu viel gelacht habe, an den unpassendsten stellen und zu hysterisch. oder sagen wir mal, sie haben es nicht schnell gemerkt. meine maske und mein versteckspiel standen damals noch am anfang, natürlich bin ich aufgeflogen. verdammt, ich war 12, da ist man nunmal ein wenig dämlich und unvorsichtig. doch auch die ganzen drohungen, die gespräche und die vorwurfsvollen blicke und worte haben nichts gebracht. anstatt mir die arme aufzuschneiden, bin ich auf die beine ausgewichen, hang kotzend überm klo, schluckte abführmittel, nur um mich selber zu spüren, das leben endlich zu spüren. die ganzen nächte mit magenkrämpfen, da man an stelle der vorgegeben 1-2 dragees auch mal 10 geschluckt hat, auf leeren magen, die einen fast den verstand geraubt haben. doch auch das hat niemand gemerkt, wieso auch? alles schien doch so perfekt. mutter und vater, eine kleine schwester, eine familie voller liebe, selbstverständlich. niemand sah den trinkenden vater, der mehr als einmal seine hand gegen mich erhoben hat. meinen geburtstag vergessen hat, mich täglich angeschrien hat, wie soll ich da jemanden vertrauen? wie soll ich da ein wenig selbstvertrauen haben? man hat mir niemals die chance gegeben. wenn man jahrelang zu hören bekommt, was für eine schande man ist, glaubt man es irgendwann auch. warum sollte man auch nicht? natürlich scheint jetzt wieder alles perfekt. die familie in harmonie, der vater, der wieder seit jahren trocken ist, doch ich passe da nicht rein. ich bin für dieses spiel nicht gemacht. wieso kann ich es nicht als erfolg sehen, dass ich mich seit einem halben jahr nicht mehr geschnitten habe, dass ich seit wochen nicht mehr gekotzt habe, meinen drogenkonsum eingeschränkt habe, das rauchen aufgegeben habe? weil es sich nicht so anfühlt. ich fühle mich nicht mehr lebendig. sondern leer. die leere hülle meiner selbst. und doch werde ich von tag zu tag wahnsinniger. dieser druck, der durch meine dummheit entsteht, macht mich fertig. ich bin dumm. was mache ich überhaupt auf dem gymnasium? wieso habe ich das recht, zur schule zu gehen, wenn es millionen kinder gibt, die es mehr verdient haben, als ich, und die auf der straße leben, ohne ein recht auf bildung, um ihr tägliches leben kämpfen müssen? ich hab das dach über dem kopf und den immer gefüllten kühlschrank nicht verdient. ich bin ein schrecklicher mensch, doch das ist es noch nicht mal. ich habe es nicht verdient, weil ich es nicht zu schätzen weiß. ich bin nicht mal dankbar dafür. meine lebensgeister sind schon lange erloschen. ich zähle die tage, bis ich endlich in den flieger steigen kann und endlich hier weg kann, wenn auch nur für eine begrenzte zeit. das, was im moment geschieht, fühlt sich nicht wie leben an. ich höre wieder auf, zu reden. über das wichtige. es interessiert auch niemanden. ich heule wieder täglich, ohne grund. ich vergesse wieder und doch sind die schmerzhaften erinnerungen tief in meinem hirn verankert. ich verdränge. ich überlebe, ja. aber ich lebe nicht. nicht mehr. ich weiß nicht, ob ich es aus diesem loch schaffe. ob ich es überhaupt verdient habe. ich höre auch wieder auf, mir sorgen um andere zu machen. ich verliere den bezug zur realität immer mehr, die leute, die mir einst so wichtig waren, entgleiten mir. ich vergesse, verdränge. es interessiert mich nichts mehr. und doch bin ich voller emotionen. ich hasse mich.
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3 Kommentare:
du bist voll schön :)
ach das war nichts schlimmes das war nur ne woche magendarmgrippe aber ich hatte angst, das ich dick werde weil ich ja nur im bett liegen konnte..
ich wünschte ich könnte dich in den arm nehmen und ein bisschen das gefühl zu geben das du lebst, ich glaube du hast deswegen das gefühl halbtot zu sein weil du nicht mehr dinge machst die dir schadet oder schmerzen bereitet.
deinen worten taten übrigens gut! :*
Du bist super hübsch! Aber ich finde, man sieht dass deine Augen nicht lächeln...! :(
Es ist immer dieses Gefühl da, dass man nicht mehr weiß, wozu man das alles durchsteht, das kenne ich auch!
Aber ich bin super stolz, dass Du dich nicht mehr (zumindest nicht körperlich) verletzt! Du schaffst das schon! :-*
P.s.: Ich habe mir überlegt, die Schule nicht zu wechseln, aber ich muss bisschen was tun, wenn das was werden soll mit Abi! (Mal sehen, wie lange das anhält, dass ich durchhalten will...) ;)
Hold on, girl! <3
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